ElektroSpicker #072
Installation von Smart-Home-Lösungen in Bestandsgebäuden
Installation von Smart-Home-Lösungen in Bestandsgebäuden
Smart-Home-Innovationen liegen im Trend und viele Eigenheimbesitzer*innen wünschen sich leicht steuerbare Lösungen für Licht, Jalousien oder elektronische Endgeräte.
Aber was, wenn das Haus oder die Wohnung kein schicker Neubau ist, sondern eine deutlich ältere Bausubstanz hat? Müssen zwingend neue Leitungen gelegt werden oder kann man die Kernsanierung geschickt um gehen? Welche Lösungen gibt es und wie können diese mit möglichst geringem Aufwand installiert werden?
Unterputzaktorik als Lösung
Für die Nachrüstung in Bestandsbauten eignen sich besonders funkbasierte Lösungen. Sie ermöglichen es, ohne großen Aufwand bestehende Elektroinstallationen zu erweitern, ohne zusätzliche Leitungen verlegen zu müssen. Die Steuerung übernehmen dabei Unterputzaktoren. Diese Geräte sind als Aktor zum Einbau in Unterputzdosen konzipiert und werden über die Standard-230-V-Versorgung betrieben. Die Kunden können beispielsweise Licht oder Jalousien nachträglich automatisieren, während die gewohnte Bedienung über einen konventionellen Taster erhalten bleibt. Die Einzelsteuerung ist über Bluetooth und ein mobiles Endgerät möglich, sodass Funktionen einfach konfiguriert und bedient werden können.
Wenn in der bestehenden Unterputzdose ausreichend Platz vorhanden ist, kann ein Unterputzaktor direkt mit einem konventionellen Schalter oder Taster kombiniert werden. Ist die Einbautiefe dagegen begrenzt, lässt sich alternativ ein Funkschalter einsetzen. Da dieser ohne Einbautiefe auskommt und flexibel, beispielsweise auf Wand-, Glas- oder Metallflächen montiert werden kann, bleibt in der Unterputzdose genügend Platz für die Aktorik. So lassen sich auch bei beengten Platzverhältnissen smarte Funktionen nachrüsten.
Falls auch dafür nicht genügend Platz vorhanden ist, können neue Aufputz-Gehäuse eingesetzt werden. Diese lassen sich auf bestehenden Schalterdosen montieren und ermöglichen so die optisch ansprechende Integration von Aktoren, ohne dass Wände geöffnet werden müssen.
Anwendungen
1.Zusätzliche Schaltstelle
Das Licht genau da ein- und ausschalten, wo es für den Kunden am bequemsten ist. Dazu kann beispielsweise der Funkschalter Smart Switch wireless an einer beliebigen Stelle angebracht werden, während der Schaltaktor an der bestehenden Schaltstelle sitzt – sei es im Schlafzimmer neben dem Bett oder in der Leseecke des Wohnzimmers. Wenn ein kompletter Raum umgestaltet wird und beispielsweise aus Leichtbauwänden neue Trennwände entstehen, ist das eine besonders praktische Lösung.
2. Jalousiesteuerung
Auch der Einbau einer motorisierten Jalousie wird durch den Einsatz von Unter putzaktorik plus Funkschalter erleichtert. Dafür werden ein Jalousieaktor und ein Relais-Unterputzaktor mit einem 2-fach-Wireless-Bedienelement kombiniert. So lassen sich über einen einzigen Schalter sowohl die Jalousie als auch das Licht steuern – ganz ohne zusätzliche Verkabelung.
3. Dimmaktor
In Bereichen wie dem Badezimmer ist der nachträgliche Einsatz eines Dimmers oft schwierig, wenn dort kein Platz dafür vorgesehen war. Nun kann in einer abgehängten Decke ein Dimmer installiert werden, der über einen Funkschalter gesteuert wird. Dieser kann ohne Bohren einfach auf die Wand oder die Fliese geklebt werden.
4. Zusätzliche Beleuchtung
Bei Umgestaltungen im Außenbereich, wie dem Garten, entsteht häufig der Wunsch nach zusätzlicher Beleuchtung. Die Installation eines UP-Dimmaktors oder eines UP- Schaltaktors schafft zusätzliche Schaltmöglichkeiten, beispielsweise vom Wohnraum aus. Auch hier kann dann durch einen Funkschalter, der am Wunschort montiert wird, gesteuert werden.
5. Installation eines Bedienpanels
Auch zentrale Bedienelemente als Wireless-Variante können im Zuge einer Renovierung nachgerüstet werden. Über Bedienpanels mit einer integrierten Systemzentrale, wie einem System Access Point, kann beispielsweise die Raumtemperatur geregelt werden oder nach Wunsch auch die komplette Türkommunikation übernommen werden. Alternativ oder ergänzend erfolgt die Bedienung über Smartphone oder Tablet.
6. Smarte Renovierung für Mieter
Funkbasierte Smart-Home-Lösungen eignen sich besonders gut für Mietwohnungen, da keine zusätzlichen Leitungen verlegt oder Wände geöffnet werden müssen. Produkte wie smarte Heizkörperthermostate, Lichtsteuerungen oder Sensoren lassen sich unkompliziert installieren und bei einem späteren Umzug einfach mitnehmen und weiterverwenden. Die Lösungen von beispielsweise Eve ermöglichen einen einfachen Einstieg in das Smart Home: Sie sind flexibel, nachrüstbar und auch beim späteren Umzug weiterhin nutzbar.
Fragen und Antworten - FAQ
01Was ist der Unterschied zwischen Aktor und Sensor?
Ein Sensor erfasst Zustände oder Messwerte aus der Umgebung, zum Beispiel Temperatur, Helligkeit oder einen Tastendruck. Diese Informationen wandelt der Sensor in ein Signal um. Ein Aktor setzt dagegen ein empfangenes Signal in eine konkrete Aktion um: das Schalten eines Lichts, das Dimmen einer Leuchte oder das Öffnen eines Rollladens. Sensoren liefern also Informationen, Aktoren führen Befehle aus.
02Wann ist ein Schalter ein Aktor, wann ein Sensor?
Ein Schalter ist ein Sensor, wenn er nur einen Tastendruck erkennt und diesen als Signal weitergibt. Er ist zusätzlich ein Aktor, wenn er selbst eine Last schaltet, zum Beispiel eine Lichtquelle an oder aus macht. In modernen Smart-Home-Installationen kann ein Schalter beides gleichzeitig sein: Er erkennt den Tastendruck (Sensor) und schaltet oder steuert über einen Aktor eine Funktion.






